Ratgeber

Google Workspace vs. Microsoft 365 fürs KMU

26.07.2026 8 Min. Lesezeit Von , UWA-zertifiziert

Die Frage kommt fast bei jedem Erstgespräch: Google Workspace oder Microsoft 365? Beide erledigen E-Mail, Kalender, Dateiablage und gemeinsames Arbeiten. Beide kosten ähnlich viel. Trotzdem fühlt sich die Entscheidung für viele Chefs an wie eine Grundsatzfrage.

Ist sie nicht. Es geht nicht darum, welches System “besser” ist. Es geht darum, wie Ihr Team tatsächlich arbeitet. Dieser Artikel vergleicht beide Plattformen sachlich: Apps, Preise, Stärken und Wechselaufwand. Am Ende wissen Sie, welche Richtung zu einem Unternehmen mit 5 bis 30 Mitarbeitern ohne eigenes IT-Team passt, und falls die Wahl auf Google fällt, wie eine saubere Google-Workspace-Einrichtung abläuft.

Die Ausgangslage: zwei unterschiedliche Denkweisen

Microsoft 365 kommt aus der Welt der installierten Programme. Word, Excel und Outlook liefen jahrzehntelang lokal auf dem Rechner, die Cloud kam später dazu. Diese Herkunft merkt man dem Produkt bis heute an: Microsoft 365 denkt zuerst an die Desktop-App, die Cloud-Version ist die Ergänzung.

Google Workspace ist umgekehrt entstanden. Gmail, Docs und Drive liefen von Anfang an im Browser. Es gibt keine Desktop-Version, die man installieren muss. Google Workspace ist browserbasiert und läuft auf jedem Gerät gleich, ob Windows-Notebook, Mac, Chromebook oder Tablet.

Diese Grundausrichtung erklärt fast alle Unterschiede, die im Alltag auffallen.

Google Workspace ist browserbasiert, Microsoft 365 denkt zuerst an die installierte Desktop-AppGoogle Workspaceläuft direktim BrowserkeineInstallation nötigauf jedem GerätgleichMicrosoft 365Herkunft:Desktop-AppInstallation fürvollen UmfangCloud kamspäter dazu
Google Workspace läuft direkt im Browser, Microsoft 365 kommt aus der Welt der installierten Desktop-Programme.

Apps im Vergleich

FunktionGoogle WorkspaceMicrosoft 365
E-MailGmail (Browser, App)Outlook (Desktop, Browser, App)
TextverarbeitungGoogle DocsWord
TabellenGoogle SheetsExcel
PräsentationenGoogle SlidesPowerPoint
Cloud-SpeicherGoogle DriveOneDrive / SharePoint
Videocalls / ChatGoogle Meet / ChatTeams
KalenderGoogle KalenderOutlook-Kalender
Offline-Nutzungeingeschränkt möglichvollständig (Desktop-Apps)
Installation nötigneinja, für vollen Funktionsumfang

Auf dem Papier sieht die Liste fast identisch aus. Der Unterschied liegt nicht in der Funktion, sondern in der Tiefe. Excel bietet deutlich mehr Funktionen für komplexe Tabellen, Formeln und Datenanalyse als Google Sheets. Google Docs wiederum glänzt bei gleichzeitigem Arbeiten mehrerer Personen am selben Dokument, ganz ohne Versionschaos.

Preise und Editionen im Überblick

Beide Anbieter haben ihre Preise 2026 leicht angepasst. Hier die aktuellen Editionen für kleine und mittlere Unternehmen (Stand Sommer 2026, pro Nutzer und Monat bei Jahresvertrag, netto):

EditionGoogle WorkspacePreisMicrosoft 365
EinstiegBusiness Starter6,80 €Business Basic
MittelBusiness Standard13,60 €Business Standard
ErweitertBusiness Plus21,10 €Business Premium

Die Google-Workspace-Preise sind aktuell direkt bei Google geprüft. Microsoft passt seine Preise regelmäßig an, deshalb finden Sie die tagesaktuellen Beträge für Business Basic, Standard und Premium direkt auf der Microsoft-365-Preisseite. Größenordnung: Microsoft 365 bewegt sich in allen drei Stufen nah an den Google-Workspace-Preisen.

Quelle: Google Workspace Preise.

Ein wichtiger Unterschied steckt in den Details der jeweiligen Stufen:

  • Google Workspace Business Starter hat 30 GB Speicher pro Nutzer, gepoolt über das ganze Team nutzbar in den höheren Stufen.
  • Microsoft 365 Business Basic enthält keine Desktop-Apps, nur die Web- und Mobilversionen von Word, Excel und Outlook. Wer die installierten Programme will, braucht mindestens Business Standard.
  • Google Workspace Business Standard bringt 2 TB Speicher pro Nutzer mit, deutlich mehr als die 1 TB bei Microsoft 365 Business Standard.
  • Microsoft 365 Business Standard ist die erste Stufe mit vollen Desktop-Apps auf bis zu 5 Geräten pro Nutzer.

Bei Microsoft 365 zahlen Sie also für die volle Desktop-Erfahrung ab der mittleren Stufe drauf. Bei Google Workspace ist der Browser von Anfang an die volle Erfahrung, das Preismodell steigt eher wegen Speicherplatz und Sicherheitsfunktionen.

Stärken von Microsoft 365

Microsoft 365 ist die richtige Wahl, wenn Ihr Team regelmäßig mit anspruchsvollen Office-Dateien arbeitet. Konkret spricht Microsoft 365 für Sie, wenn:

  • Excel-Power gebraucht wird: Komplexe Formeln, Pivot-Tabellen, Makros oder branchenspezifische Add-ins laufen nur in der Desktop-Version von Excel zuverlässig.
  • Teams bereits Standard ist: Wenn Kunden oder Partner grundsätzlich zu Teams-Calls einladen, ist es einfacher, selbst in derselben Welt zu bleiben.
  • Offline-Arbeit häufig vorkommt: Wer viel unterwegs ohne stabiles Internet arbeitet, zum Beispiel auf Baustellen oder beim Kunden vor Ort, profitiert von den vollwertigen Desktop-Apps.
  • Windows-Umgebung dominiert: Microsoft 365 fügt sich nahtlos in bestehende Windows-Server- und Active-Directory-Strukturen ein, sofern die bereits vorhanden sind.

Stärken von Google Workspace

Google Workspace passt gut zu Unternehmen, die schlank und geräteunabhängig arbeiten wollen. Konkret spricht Google Workspace für Sie, wenn:

  • Browser-first reicht: Das Team arbeitet ohnehin viel im Browser, mit gemischten Geräten (Windows, Mac, Chromebook) oder häufig wechselnden Arbeitsplätzen.
  • Einfache Verwaltung zählt: Die Admin-Konsole ist übersichtlich gehalten, neue Mitarbeiter sind in wenigen Minuten eingerichtet, auch ohne IT-Vorwissen.
  • Keine lokale Installation gewünscht ist: Neue Notebooks sind sofort einsatzbereit, ohne Office-Installation und Lizenzaktivierung. Das spart Zeit bei jedem neuen Gerät.
  • Die Suche im Alltag wichtig ist: Googles Suchfunktion in Gmail und Drive findet E-Mails und Dateien zuverlässig, auch in großen, unsortierten Postfächern.
  • Gleichzeitiges Arbeiten am Dokument Alltag ist: Mehrere Personen bearbeiten dasselbe Dokument in Echtzeit, ohne dass Änderungen verloren gehen oder Versionen kollidieren.

Sicherheit und Verwaltung im Vergleich

Für ein Unternehmen ohne eigenes IT-Team ist die Verwaltungsseite oft wichtiger als jede Einzelfunktion. Beide Anbieter bieten eine zentrale Admin-Oberfläche, unterscheiden sich aber in der Herangehensweise.

Bei Google Workspace ist die Admin-Konsole bewusst schlank gehalten: neue Nutzer anlegen, Gruppen verwalten, Zwei-Faktor-Authentifizierung erzwingen, das lässt sich in wenigen Klicks erledigen, auch ohne tiefes technisches Vorwissen. Die höheren Editionen bringen zusätzliche Sicherheitsfunktionen wie erweiterte Endpoint-Verwaltung und Data Loss Prevention mit.

Bei Microsoft 365 ist die Verwaltung mächtiger, aber auch komplexer. Business Premium bringt mit Microsoft Intune eine vollwertige Geräteverwaltung mit, inklusive Möglichkeiten, Firmen-Notebooks und -Handys zentral abzusichern, aus der Ferne zu sperren oder Unternehmensdaten bei einem Gerätewechsel gezielt zu löschen. Für Unternehmen mit vielen mobilen Endgeräten oder höheren Compliance-Anforderungen ist das ein echtes Argument für Microsoft 365, sofern jemand die zusätzliche Komplexität auch betreuen kann.

Für die Praxis heißt das: Wer eine einfache, schnell verständliche Verwaltung ohne viel Einarbeitung sucht, ist mit Google Workspace meist schneller unterwegs. Wer detaillierte Gerätekontrolle über viele Firmenhandys und Notebooks braucht, findet in Microsoft 365 Business Premium die passenderen Werkzeuge, sollte aber auch Zeit für die Einrichtung einplanen.

Zusammenarbeit im Alltag

Ein oft unterschätzter Unterschied zeigt sich im täglichen Arbeiten am selben Dokument. Google Docs, Sheets und Slides sind von Grund auf für gleichzeitiges Bearbeiten gebaut: Mehrere Personen sehen live, wo der oder die andere gerade tippt, Kommentare und Änderungsvorschläge laufen automatisch mit, ganz ohne “Dokument_final_v3.docx”-Chaos im E-Mail-Postfach.

Microsoft hat mit den Cloud-Versionen von Word, Excel und PowerPoint stark nachgezogen, die Echtzeit-Zusammenarbeit funktioniert mittlerweile ordentlich. Spürbar besser bleibt sie aber in der Desktop-Version, sobald mehrere Personen gleichzeitig an einer komplexeren Excel-Tabelle mit Formeln arbeiten, dort zeigen sich gelegentlich noch Synchronisationsverzögerungen.

Bei Videocalls sind beide Systeme mittlerweile auf einem ähnlichen Niveau: Google Meet und Microsoft Teams bieten beide stabile Gruppenanrufe, Bildschirmfreigabe und Aufzeichnung. Der Unterschied liegt eher darin, welches Tool bei Kunden und Partnern bereits Standard ist, ein pragmatisches, kein technisches Argument.

Wechselaufwand: was ein Umstieg wirklich bedeutet

Viele Unternehmen schrecken vor einem Wechsel zurück, weil sie Chaos befürchten: verlorene E-Mails, verwirrte Mitarbeiter, tagelange Ausfälle. Bei sauberer Planung passiert nichts davon.

Ablauf einer Migration:

  1. Bestandsaufnahme: Welche Postfächer, Kalender und Dateien müssen übernommen werden?
  2. Domain vorbereiten: Die eigene Domain wird technisch für den neuen Anbieter konfiguriert, ohne dass die alte Adresse verloren geht.
  3. Datenübertragung: E-Mails, Kalendereinträge und Kontakte werden per IMAP-Migration übertragen, Dateien aus OneDrive oder SharePoint wandern zu Google Drive. Kommen Sie von Microsoft 365, läuft die Migration zu Google Workspace über ein spezialisiertes Migrationstool, das Postfächer eins zu eins übernimmt.
  4. Umschaltung übers Wochenende: Der eigentliche Wechsel passiert meist an einem Wochenende, damit das Team am Montag ganz normal weiterarbeiten kann.
  5. Kurze Einschulung: Ein bis zwei Stunden reichen meist, damit alle die neuen Grundfunktionen kennen.
Ablauf einer Migration zu Google Workspace in fünf Schritten, Umschaltung übers Wochenende12345Bestands-aufnahmeDomainvorbereitenDatenübertragenUmschaltungWochenendeKurzeEinschulungMontag arbeitet das Team ganz normal weiterDer eigentliche Wechsel passiert übers Wochenende
Eine Migration läuft in fünf Schritten, die eigentliche Umschaltung passiert übers Wochenende.

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Arztpraxis mit drei Standorten hatte zuvor Microsoft 365, Dropbox und einen separaten E-Mail-Sicherheitsdienst parallel im Einsatz, drei Anbieter, drei Rechnungen, drei Ansprechpartner. Nach der Migration lief alles über Google Workspace: E-Mail, Kalenderabstimmung zwischen den Standorten und Dateiablage aus einer Hand. Der eigentliche Umstieg war an einem Wochenende erledigt.

Entscheidungshilfe nach Arbeitsweise

Wenn Sie sich noch unsicher sind, hilft diese einfache Faustregel:

  • Viel Excel, viel Offline-Arbeit, Windows-lastig: eher Microsoft 365.
  • Viel Browser, viel Zusammenarbeit in Echtzeit, gemischte Geräte: eher Google Workspace.
  • Schon zufrieden mit dem aktuellen System, aber unzufrieden mit der Einrichtung: Läuft bereits Google Workspace, reicht oft eine saubere Google-zu-Google-Migration auf eine sauber konfigurierte neue Umgebung, statt eines kompletten Anbieterwechsels.
  • Mehrere Tools parallel im Einsatz (Cloud-Speicher, Sicherheitsdienst, Kalender separat): meistens lohnt sich eine Konsolidierung auf eine Plattform, unabhängig davon welche.

Keine der beiden Lösungen ist grundsätzlich die schlechtere Wahl. Microsoft 365 ist die richtige Entscheidung für viele Unternehmen, genauso wie Google Workspace für andere. Wichtig ist, dass die Plattform zur tatsächlichen Arbeitsweise Ihres Teams passt, nicht zu dem, was gerade im Trend liegt.

Kosten der Einrichtung bei Harrison Networks

Falls Sie sich für Google Workspace entscheiden: Die Einrichtung durch Harrison Networks läuft zu einem klaren Fixpreis von 500 Euro plus 100 Euro je Lizenz, unabhängig davon, wie viele Postfächer, wie komplex die Domain-Konfiguration oder wie viele Altdaten übernommen werden müssen. Die Migration selbst legen wir meist übers Wochenende, damit Ihr Team am Montag ohne Unterbrechung weiterarbeitet.

Beide Systeme sind richtig, für unterschiedliche Teams

Google Workspace und Microsoft 365 unterscheiden sich weniger in dem, was sie können, sondern darin, wie sie gedacht sind. Microsoft 365 bleibt stark, wenn Desktop-Office und Windows-Integration im Zentrum stehen. Google Workspace punktet, wenn Browser-first, einfache Verwaltung und Echtzeit-Zusammenarbeit wichtiger sind als lokale Installationen.

Für die meisten Unternehmen mit 5 bis 30 Mitarbeitern ohne eigenes IT-Team ist die Entscheidung am Ende weniger technisch als organisatorisch: Welches System kann das Team ohne großen Schulungsaufwand nutzen, und welcher Anbieter erledigt die Einrichtung so, dass danach nichts mehr nachjustiert werden muss? Wenn Sie unsicher sind, welche Lösung zu Ihrem Unternehmen passt, holen Sie sich eine kostenlose Ersteinschätzung. Wir sagen Ihnen ohne Verkaufsdruck, welche Richtung passt.

Häufige Fragen

Was kostet Google Workspace im Vergleich zu Microsoft 365?

Bei Google Workspace zahlen Sie zwischen 6,80 Euro (Business Starter) und 21,10 Euro (Business Plus) pro Nutzer und Monat. Microsoft 365 bewegt sich zwischen Business Basic und Business Premium in einer ähnlichen Größenordnung, die aktuellen Preise finden Sie direkt auf der Microsoft-Preisseite. Die Einstiegsstufen liegen bei beiden Anbietern nah beieinander, der Unterschied liegt eher in dem, was in den mittleren Stufen enthalten ist.

Was ist günstiger für ein Team mit 10 Mitarbeitern?

Rechnerisch liegen beide nah beieinander. Für 10 Mitarbeiter kostet Google Workspace Business Standard rund 136 Euro im Monat, Microsoft 365 Business Standard bewegt sich in einer vergleichbaren Größenordnung, die aktuellen Werte stehen auf microsoft.com. Der eigentliche Kostenunterschied entsteht ohnehin nicht bei der Lizenz, sondern beim Einrichtungs- und Verwaltungsaufwand danach.

Kann ich von Microsoft 365 zu Google Workspace wechseln, ohne Daten zu verlieren?

Ja. E-Mails, Kalender und Kontakte lassen sich per IMAP- oder Exchange-Migration übernehmen, Dateien aus OneDrive und SharePoint per Datenübertragung zu Google Drive. Bei sauberer Planung läuft die Migration übers Wochenende, sodass am Montag alles wie gewohnt funktioniert.

Brauche ich für Google Workspace weiterhin Microsoft Office?

Nein, für die meisten Büroaufgaben reichen Google Docs, Sheets und Slides. Wenn Sie regelmäßig komplexe Excel-Modelle mit Makros, Pivot-Tabellen oder Add-ins nutzen, ist Microsoft 365 oder eine parallele Office-Lizenz oft die bessere Wahl.

Unsicher, welche Lösung zu Ihrem Unternehmen passt?

Erzählen Sie uns kurz, wie Ihr Team arbeitet. Wir sagen Ihnen ohne Verkaufsdruck, ob Google Workspace oder Microsoft 365 besser passt.